Balanced View oder der Flug von Felsspalt zu Felsspalt – die Transhumanismus-Sekte

Mein persönlicher Aussteigerbericht

Dieser persönliche Bericht über meinen Sektenausstieg zeigt die Mechanismen von geistlichem Missbrauch und spiritueller Manipulation, die viele religiöse Gruppen nutzen, um Menschen in religiöser Abhängigkeit zu halten.

Dominik beschreibt, wie ihn erst Jahre nach seinem Ausstieg aus Balanced View die Frage einholte, warum Menschen – und er selbst – in der Lage sind, ihre eigene Wahrheit so vollständig zu leugnen, dass selbst offensichtliche Selbstzerstörung sie nicht wachrüttelt. Beim Lesen von Steven Hassans „Ausstieg aus dem Bann der Sekten“ erkannte er, wie er sich einer Gemeinschaft anschließen konnte, die ihn „in eine Körperschaft indoktriniert hatte“, während jedes aufkommende Misstrauen konsequent ausgeredet wurde.

Er schildert, wie er sich nach dem Ausstieg „wie ein Gespenst“ fühlte, verfolgt vom „Dämon der Indoktrination“, und wie sich über sechs Jahre eine eigene Sekten Identität in ihm verfestigt hatte, die mit seinem ursprünglichen Selbst in Konflikt stand. Die Konfrontation mit Liftons Kriterien der Bewusstseinskontrolle löste zunächst totale Überforderung aus, weil ein Teil von ihm die Erfahrung weiterhin positiv deuten wollte.

Dominik beschreibt diesen Prozess als zermürbenden Kampf zwischen zwei Persönlichkeiten – der Sektenpersönlichkeit und dem Menschen, der er vor Balanced View gewesen war – und als einen radikalen, einsamen Ausstieg, der sich von den scheinbar leichteren Wegen anderer ehemaliger Mitglieder deutlich unterschied.

Es gab einmal eine Sekte, deren Anhänger ein Gift tranken um sich und ihre Kinder zu erlösen, ihr Leben an den Nagel hängten um den Anweisungen eines wahnsinnig gewordenen Führers blind Folge zu leisten. Wie krank muss man sein, um sich selbst und seine eigene Wahrheit so stark leugnen zu können, dass der offensichtliche Selbstmord und die Marter welche man betreibt einen nicht in der Lage sind, wachzurütteln und in das Wunder des Lebens (zurück) zu führen?

Erst vier Jahre nach meinem Sektenausstieg aus Balanced View, die sich damit rühmt, als eine NGO mit dem Typen 501(c)(3) anerkannt worden zu sein, konnte ich beim Lesen des Buches von Steven Hassan „Ausstieg aus dem Bann der Sekten“ diese Frage für mich beantworten. Was sind die Ursachen dafür, dass ich in der Lage gewesen bin, mich einer Gemeinschaft von Leuten anzuschließen, die mich in eine Körperschaft indoktriniert hatten, ohne dass ich das geringste Misstrauen gehegt und alles aufkommende Misstrauen mir konsequent ausgeredet wurde?

„Ich war wie ein Gespenst, verfolgt vom Dämon der Indoktrination.“

Ob ich nicht doch in eine Sekte geraten war, wagte ich zu dem Zeitpunkt nicht einmal zu hinterfragen, denn ich wurde in der Überzeugung und in dem Vertrauen gehalten, dass die beteiligten Menschen nur gute Absichten hatten. Erst kürzlich, nach dem Gespräch mit einem Psychologen, der auf Sektenberatung und Sektenausstieg spezialisiert war, bin ich wieder etwas mehr bei mir selber angekommen. Ich erinnere mich noch, dass ich mich selbst auf dem Weg zu ihm noch wie ein Gespenst gefühlt habe, das auf der Flucht ist und ständig auf der Hut sein muss, erkannt zu werden, so als hätte ich noch den Dämon der Indoktrination in mir sitzen.

Über die 6 Jahre meiner Mitgliedschaft und während meines Engagements bei Balanced View (oder Great Freedom, wie sie sich anfangs noch genannt hatten, als ich beigetreten bin), hatte sich in mir eine eigene Sekten-Identität entwickelt, die sich hartnäckig in mir verfestigt hatte und es war ein täglicher Kampf, meinem neuen Leben eine Chance zu geben. In dem nämlichen Buch werden acht Kriterien der Bewusstseinskontrolle aufgeführt, um eine totalitäre Sekte zu definieren, die ein amerikanischer Psychiater, Robert J. Lifton, im Jahre 1961 festgelegt hat.

Höheres Bewusstsein oder Bewusstseinskontrolle?

Unter Bewusstseinskontrolle versteht man nach Liftons Modell der Thought Reform die systematische Manipulation von Verhalten, Information und Denken, um Autonomie zu reduzieren und Konformität zu erzeugen.

In New‑Age‑Doktrinen wird dieser Prozess häufig als „höheres Bewusstsein“ oder „Alignment“ präsentiert, obwohl es sich tatsächlich um konditionierte Wahrnehmungslenkung handelt, die spirituell überhöht wird, um ihre manipulative Natur zu verschleiern.

Als ich das Buch zuerst in der Hand hatte und der Psychologe und Ausstiegsberater mir die Seite vor Augen führte, auf der diese Kriterien abgedruckt waren, befand ich mich noch im Zustand der totalen Überforderung. Es sträubte sich alles in mir, in der Tiefe das zu vergegenwärtigen, was ich bis dato abzustreiten beschäftigt gewesen war. Jener verfestigte Teil von mir hatte die Sektenerfahrung immer noch zu etwas Positiven machen wollen.

In diesem zermürbenden Prozess der Enttäuschung stand ich also zwischen zwei Persönlichkeiten

In diesem zermürbenden Prozess der Enttäuschung stand ich also zwischen zwei Persönlichkeiten, der Sektenpersönlichkeit und dem ursprünglichen Menschen, der ich vor dem Eintritt in die Sekte gewesen bin. Zu den schwerwiegenden Folgen meines Austritts hatte ich noch nicht ausreichend Abstand gewonnen. Ich hatte gesehen, wie viele andere Menschen einen weit leichteren Ausstieg hingelegt und einfach weiter ihre buddhistischen Meditationspraktiken oder Abwandlungen davon weiter geführt hatten, um ihrer spirituellen Suche nach Zugehörigkeit und Lebenssinn genüge zu tun. Mein eigener Ausstieg war von einer Radikalität geprägt gewesen, mir der ich mich bei anderen Aussteigern nicht wiederfinden konnte, auch wenn ich mehrere Gespräche geführt und in der Ausstiegsphase noch zahlreiche Kontakte gehabt hatte mit ehemaligen und Sektenmitgliedern.

„Was ist eine Sektenpersönlichkeit?“

Eine Sektenpersönlichkeit bezeichnet in der psychologischen Sektenforschung (u. a. Robert J. Lifton) eine erlernte, sekundäre Identität, die durch Isolation, emotionale Abhängigkeit und die Reduktion von kognitiver Dissonanz entsteht. Im New‑Age‑Diskurs wird diese künstlich erzeugte Identität oft romantisiert und als „neues Selbst“ oder „erwachtes Bewusstsein“ dargestellt, obwohl sie in Wirklichkeit eine durch Gruppendruck geformte Loyalität ist.

Aufbruch und Aufklärung

Dominik schildert, wie er sich nach seinem Aufbruch „den eigenen Weg zu finden“ bewusst dagegen entschied, die Inhalte von Balanced View ausführlich zu wiederholen, aber die Hintergründe der Gründerin Candice O’Denver dennoch entscheidend sind, um die Absichten einer totalitären Organisation zu verstehen, deren „Transmissions“ ihn stundenlang in eine Welt aus persönlichen Offenbarungen, angeblichen Auszeichnungen, Klanginstallationen und spirituellen Einweihungen hineinzogen.

Er beschreibt, wie er – geprägt von geringem Selbstwert, Depression und Drogenabhängigkeit – dem Charme der Gemeinschaft verfiel und in die Falle eines charismatischen Führerkults tappte, der sich selbst zum „Rinpoche“ erhob und eine Mischung aus tibetischem „Crazy Wisdom“, Missbrauchserzählungen und Guru Hingabe als Weg zur Befreiung verkaufte

Durch die Philosophie der „Freiwilligkeit“ wurde gleichzeitig vermittelt, dass echte Wirkung nur durch völlige Hingabe an den Guru entstehe, wodurch eine Generation junger Menschen kritiklos in ein System indoktriniert wurde, das in Medienberichten bereits mit sexuellem Missbrauch in Verbindung gebracht worden war.

Dominik ordnet diese Erfahrungen in eine breitere spirituelle Landschaft ein, in der moderne Sex Kulte, durch Osho geprägte Bewegungen, Hollywood Normalität und digitale Perversionen eine Welt formen, in der das Bewusstsein für das, „was Menschen wirklich im Wesenskern verbindet“, zunehmend verloren geht.

Ich war also aufgebrochen, meinen eigenen Weg zu finden 

Ich war also aufgebrochen, meinen eigenen Weg zu finden und möchte nicht allzu viele Worte über die Inhalte verlieren, die in Balanced View und von der Gründerin und Anführerin mit dem Künstler- oder Decknamen „Candice O’Denver“ (geb. Feinberg) unterrichtet worden sind. Doch die Hintergründe dieser Person sind wichtig, um zu verstehen, welche möglichen Absichten und Beweggründe sich hinter dem Gesamtgerüst dieser totalitären Organisation verbergen.

In den stundenlangen Teachings, sogenannten „Transmissions“, wurde ich Zeuge ihres Lebens und war Teil eines auserwählten Volkes von wenigen hundert Menschen, die ihren heiligen Übertragungen lauschen durften. Ich erfuhr alles Mögliche über ihr Leben und Wirken in der westlichen Gesellschaft bis ins kleinste Detail, von ihren Auszeichnungen und Ehrungen bis zur Klanginstallation ihres Ehemannes die er dafür errichtete hatte, ihre Bewegungen durch das Haus akustisch zu untermalen.

Ob sie nun Anspielungen auf ihr eigenes Sexualleben machte oder in sich wiederholender Intensität von den Einweihungen ihrer beiden tibetisch-buddhistischen Gurus berichtete, es war ein Genuss für mich einen besonderen Menschen der so viel Potenzial hatte und schon so viel erreicht hatte so nahe zu sein. Ich war wie viele andere in die Falle getappt, einem charismatischen Führer zu folgen, der nicht einmal wusste, wovon er selbst ferngesteuert wird und uns am Ende doch das Böse für etwas Gutes verkaufen würde, ohne das wir es bemerkten.

Ich hatte unter Depression und Drogenabhängigkeit gelitten 

Da ich bei meinem Eintritt und während der Sektenzeit einen sehr geringen Selbstwert hatte, konnte ich dem Charme der Menschen in der Organisation nicht entfliehen. Ich hatte unter Depression und Drogenabhängigkeit gelitten und war von der Effektivität des Trainings überzeugt, da ich in meinem bisherigen Leben noch nie etwas besseres kennen gelernt hatte.

In dem Kern der religiösen Überzeugung der Gründerin ging es um die Kraft der tibetisch-buddhistischen Lehre des „Crazy Wisdom“, welche auch diversen Sex-Kulten moderner Tantra-Sekten Europas als Grundlage dient. Ihre Ausführungen über die märtyrerhaften Rollen ihrer beiden Gurus waren so überzeugend, dass ich im Zusammenhang mit ihrer erlittenen Missbrauchserfahrung und ihrem Ausbruch aus dem Alkoholismus ihr die gleiche Autorität zuerkannte welche ein Guru hat, der mit allen Wassern gewaschen war. Schlussendlich beanspruchte sie für sich den Titel des sogenannten „Rinpoche“ selbst, da sie uns eine Art von Messias-Charakter vermittelt hatte, die alle bereitwillig als Gottgleich akzeptieren konnten, auch wenn es gegen jegliche persönliche Überzeugung sprach die wir bis zu diesem Zeitpunkt aufrechterhalten hatten.

Durch die Philosophie der Freiwilligkeit wurde uns klargestellt, dass jegliche tibetisch-buddhistischen Inhalte nur Privatsache seien und im selben Atemzug wurde uns aber mitgeteilt, dass sich niemals die volle Wirkung des Trainings entfalten würde, wenn man nicht in der völligen Hingabe an den Guru lebte. Die Konsequenz war, dass eine ganze Generation wissbegieriger junger Leute kritiklos indoktriniert werden sollten in ein Wissen, in dessen Zusammenhang schon in vielerlei Medienberichten auf unter anderem sexuellen Missbrauch hingewiesen worden ist.

Wenn man die spirituelle Welt recherchiert, findet man sogar in der vollen Blüte befindliche sexuelle Bewegungen (wie die vor einigen Jahrzehnten durch Osho in den Westen eingeführt worden ist). Vor allem junge Leute orientieren sich heute an einer Normalität, die sie aus Hollywood und Netflix kennen. In diesem Bewusstsein ist Kinderpornographie und andere Perversionen im Darknet kein Geheimnis mehr, auch Geschlechtsverkehr in der Pubertät ohne das Wissen der Eltern und die Sucht der Computerspiele sind längst integrierte Bestandteile der materiellen Welt, in der kein Bewusstsein mehr dafür ist, was Menschen wirklich im Wesenskern verbindet.

Eine teuflische Transaktion

Dominik beschreibt, dass die Autorität großer religiöser Institutionen und die Entstehung christlicher Sekten dieselben Mechanismen wie „satanische Rituale“ nutzen, weil alles, was im Verborgenen geschieht, irgendwann offenbar wird – und genau deshalb folgt er seinem Ruf, offenzulegen, welche manipulativen Strategien Balanced View anwendet, um Menschen abhängig zu machen und ihnen jede Möglichkeit zu nehmen, ihre Zugehörigkeit zu hinterfragen.

Er verweist auf Karl Jaspers, der schon 1958 vor der „Sektenähnlichkeit“ mancher psychotherapeutischer Vereinigungen warnte, und betont, dass viele Menschen in einer pluralen, verwirrenden Welt seelisch verletzlich sind und früh Brüche erlebt haben, die sie anfällig für Gruppen machen, die unter dem Deckmantel von Menschlichkeit und Würde Halt versprechen.

Wird man diesen Maßstäben nicht gerecht, entsteht Scham, man zieht eine Maske an und versucht kognitive Dissonanz zu minimieren – ein Zustand, den Sekten gezielt ausnutzen, indem sie Zugehörigkeit anbieten, während der eigentliche blinde Fleck bleibt: Die Zugehörigkeit wird gegen die Außendarstellung der Sekte eingetauscht, eine Transaktion, die neue Anhänger anzieht und das Wachstum der Organisation vorantreibt.

In diesem Sinne muss ich auch meinem Ruf folgen

Die Autorität der katholischen Kirche und die Entstehung christlicher Sekten kann man auf eine Stufe mit satanischen Ritualen stellen. In der Bibel steht, das was im Verborgenen geschieht wird offenbar werden und was im Geheimen gesprochen, wird später von den Hausdächern verkündigt werden. In diesem Sinne muss ich auch meinem Ruf folgen und offenlegen, was wirklich in dieser Sekte vorgeht und welche manipulativen Strategien angewendet werden, um die Menschen abhängig und hörig zu machen, ohne dass sie die Möglichkeit hätten, ein Bewusstsein dafür zu bilden, wie man die eigene Zugehörigkeit hinterfragt.

Karl Jaspers spricht selbst in der Psychotherapie von einem Wissen des Wissens und den Gefahren der Sektenähnlichkeit von Vereinigungen der Supervision von Psychotherapeuten (in seinem Buch „Wesen und Kritik der Psychotherapie“, geschrieben 1958). Hier geht es um höchstes Bewusstsein und Verantwortung für das eigene Leben, die wir nicht in der Schule beigebracht bekommen, sondern die der Geist der Gesellschaft in seinen eigenen Händen hat. In der Pluralität der Meinungen und Weltanschauungen fühlen sich viele Menschen seelisch verwirrt, die keinen festen Anschluss haben und die sehr früh Brüchen in ihrem Leben ausgesetzt worden sind, deren Schmerz sich nicht unter den Teppich fegen lässt. Mit diesem Hintergrund ist es verständlich, dass es sehr einfach ist sich irreführen zu lassen, wenn es in einer schwierigen Lebenssituation scheinbar nichts Besseres gibt, um Halt und Orientierung zu erfahren, wenn auch nur vorübergehend und unter dem Deckmantel der Menschlichkeit, Würde, Güte oder sonstiger Werte die wir gerne hochhalten möchten und die wir zu einem Maßstab für uns und andere machen wollen.

Werden wir diesen Maßstäben nicht gerecht, dann Scheitern wir und dieses Scheitern ist mit einer solchen Scham verbunden, dass man sich verstecken möchte und eine Maske aufzieht. Die kognitive Dissonanz soll auf ein Minimum reduziert werden und genau dafür sind Sekten ein perfektes Trittbrett, endlich darf man sich von seiner verletzlichen Seite zeigen. Der ausschlaggebende blinde Fleck wird dabei allerdings leichtfertig übersehen, das Gefühl der Zugehörigkeit wird gegen die Präsentation der Sekte nach Außen hin eingetauscht. Es ist eine Transaktion, die stattfindet um neue Anhänger anzuziehen und das Wachstum und die Verbreitung der Sekte weiter voran zu treiben.

Die Einordnung der Sekte und Transhumanismus

Dominik beschreibt, dass in Sekten über zwei Dinge kaum offen gesprochen wird – Sex und Geld – und dass Menschen erst im Moment der Irreführung erkennen, wie sehr sie selbst an der Erschaffung dieser Realität beteiligt waren, weil sie nach Antworten, Hilfe und Sinn suchten und dabei auf Versprechen hereinfielen, die ihnen genau das boten, was sie sich von außen wünschten. Er verweist auf Timm Kruses Bericht über einen indischen Guru, der Frauen ausnutzte und sich von Anhängern bedienen ließ, als Beispiel für moderne „toxische“ Abhängigkeitsbeziehungen, in denen Intimität und Verehrung narzisstische Strukturen verdecken

Dominik ordnet Candice O’Denver in elitäre Kreise des Silicon Valley und des Transhumanismus ein und erinnert sich an ihre Visionen einer Zukunft, in der Menschen täglich ihren Körper wechseln könnten – Vorstellungen, die er später als Ausdruck einer entgleisten, gottlosen Ideologie erkannte. Erst durch seine Hinwendung zu Jesus Christus und die Wahrheit der Bibel gewann er Kraft und Vertrauen zurück und erkannte, wie sehr die Sprache und Gedankenkontrolle von Balanced View den Verstand lähmen konnten.

Der Ausstieg war schmerzhaft, weil er eine Gemeinschaft verlassen musste, die ihn in seiner Schwäche bestätigt hatte, doch er sieht heute klar, dass all die angeblichen Wunder und Guru Mythen nichts sind im Vergleich zum allmächtigen Gott, und dass wahre Erkenntnis darin liegt, sich von menschlicher Selbstvergöttlichung abzuwenden und zu Christus zurückzukehren.

Er beschreibt genau die Mechanismen, welche der Guru verwendet hatte.

Über zwei Dinge wird dabei sehr ungern offen gesprochen: Sex und Geld. Wir erkennen erst wenn wir irregeführt werden, dass wir selbst Erschaffer dieser Realität sind. Wir haben nach Antworten, nach Hilfe und nach Sinn gesucht und sind Menschen auf den Leim gegangen, die uns versprachen, was wir uns von Außen wünschten. Der ehemalige Journalist und Buchautor Timm Kruse hat in einem sehr interessanten Beitrag vom NDR bei „Mein Nachmittag“ vom 19.11.2014 über seine Reise mit einem Guru aus Indien gesprochen. Er beschreibt genau die Mechanismen, welche der Guru verwendet hatte, um Menschen dazu zu bringen, ihm Geld zu überlassen und hatte sich von den wenigen „eingeweihten“ Frauen, die ihm zur Verfügung standen, wortwörtlich von vorne bis hinten bedienen lassen. Um nichts von seiner „Heiligkeit“ einzubüßen, gerieten die sexuellen Verwicklungen der „eingeweihten“ Frauen mit dem Guru nicht an die Öffentlichkeit, doch als der Anhänger selbst mit einer der Frauen was angefangen hatte, musste er gehen.

Diese Geschichte bedeutet die Essenz einer modernen „toxischen“ Abhängigkeitsbeziehung, wie sie in der Narzismusdebatte in der modernen Traumatherapie thematisiert wird. Es dreht sich darin um den Kampf um Intimität mit einer Person, die als gottgleich verehrt und als überlegen wahrgenommen wird, aus einem Wunschdenken heraus die Verantwortung für die eigenen persönlichen Schwächen abzugeben.

Da die Gründerin selbst mit sehr gebildeten, elitären Kreisen wie Silicon Valley bekannt war und mit hochrangigen Wissenschaftlern wie Ray Kurzweil sympathisiert (dessen Aussagen sie sogar in einem Ihrer Teachings zitierte), kann man davon ausgehen, dass sie sich der Politik des Transhumanismus, dem Gedankengut von Euthanasie, sowie der auch von Sektenanhängern praktizierten Transsexualität, deren Akzeptanz eindeutig zu einer Ethik gehören, die dem Christentum entgegengesetzt ist, eher verbunden fühlt als sich dagegen ausspricht.

„Selbstoptimierung durch Technologie?“

Der Transhumanismus ist eine philosophisch‑technologische Bewegung, die die vermeintliche Fehlerhaftigkeit des Menschen durch technologische „Optimierung“ oder „Überwindung“ transformieren will.

Psychologisch betrachtet ist es eine Ideologie, die den Menschen als veränderbares, optimierbares Objekt versteht. Im New‑Age‑Kontext dagegen verschmilzt diese Denkweise oft mit esoterischen Vorstellungen wie „Körperwechsel“, „Aufstieg“, „Lichtkörper“, „digitale Unsterblichkeit“ oder „posthumanes Bewusstsein“ – eine quasi‑religiöse Heilslehre, die spirituelle und technologische Erlösung miteinander vermengt.

Ich erinnere mich noch, wie diese Frau welche sich als Guru einer neuzeitlichen Weltordnung präsentierte, die Phantasie ihrer Zuhörer anregte, wie man in nur wenigen Jahrzehnten schon statt eines Kleiderschranks mit Klamotten in seinem Wohnzimmer sich aussuchen würde, in welchem Körper man denn heute ausgehen möchte. Diese Zukunftsvision kann man in Zeugnissen von Überlebenden aus internationalen Cloning-Centern in den USA oder Europa, wie etwa von Karly Noel (geb. Franz) als schon gegenwärtige Untergrundaktivität bestimmter wissenschaftlicher und Herrschaftseliten erfahren. Dass dies der Hölle auf Erden entspricht, muss ich wohl nicht betonen, aber wie wir sehen, wird das Gute als Schlechtes und das Schlechte als gut verkauft.

Diese Sprache wirkt wie ein Trigger zurück in die Realität der Sekte

Nachdem ich mich für Jesus Christus entschieden habe und angefangen habe, die Wahrheit der Bibel anzuerkennen, habe ich Kraft und auch Vertrauen in Gott wieder gewonnen. Ich habe mich getraut, mich verändern zu lassen durch das Wort Gottes, welches ewig ist. Die moderne Sprache, welche Balanced View und die Medien durch Techniken der Gedankenkontrolle pervertieren, ob es nun Deutsch oder Englisch ist, kann zu einer Waffe werden, die den Verstand und die Urteils- und Kritikfähigkeit von Menschen völlig lahmlegen. Ich habe mir nur wenige Zeugnisse von Sektenaussteigern angesehen, weil sie die neue Sprache, welche sie in der Sekte gelernt hatten, wie ein Schwamm aufgesogen und verinnerlicht haben. Diese Sprache wirkt wie ein Trigger zurück in die Realität der Sekte und bietet kaum eine Chance, dem Ungesagten und Unausgespochenen, dem was als „unheilig“ beschämt worden ist, auf die Schliche zu kommen.

Es tut sehr weh und ist mit großen Schmerzen verbunden, die Gemeinschaft von Menschen zu verlassen, die einen wohlwollend in der eigenen Identität der Schwäche und Ratlosigkeit, mit der man eingetreten ist, bestätigt hat und sich einzugestehen, dass man nichts gelernt hat und erst ganz am Anfang steht. Ob nun irgendwelche tibetischen Gurus in ihrem Schlaf Stupas bauen oder von Felsspalt zu Felsspalt fliegen können und sich beim Tod ihr Körper in Luft und Regenbögen auflöst, nichts davon ist so heilig wie der Herr, der allmächtige Gott, der Himmel und Erde erschaffen hat. Wenn wir das anerkennen können, dann sind wir auf der richtigen Seite, denn alles andere ist von hochbegabten Hypnotiseuren erdacht, welche sich ihr eigenes Königreich und aus eigener Kraft bauen wollen.

Wenn wir mit unserer Gedankenkraft als Menschen uns selbst als Maßstab für die Schöpfung nehmen, ist es etwas anderes als die Eingebung für neue wissenschaftliche Errungenschaften und Erkenntnisse in Gottes Hand zu legen. Wenn es im Sinne Gottes war, dass ich im richtigen Zeitpunkt meinen Ausgang aus einer Affäre mit einer amerikanischen Götzenverehrerin gefunden, mich an eine Zauberkünstlerin verhurt hatte um mich dann in vollem Umfang und in Reue wieder Gott zuzuwenden, zum Vater im Himmel zurückzukehren durch seinen Sohn Jesus Christus dann möchte ich Gott dafür loben.

In Demut,

Euer Dominik


Erfahrung eines ehemaligen Mitglieds von Balanced View (Aussteigerbericht)

Walter beschreibt, wie Balanced View sich von einer offenen spirituellen Gemeinschaft zu einer hochkontrollierten Bewegung entwickelte, deren Lehren zunehmend auf die Gründerin Candice O’Denver zentriert wurden, die sich als Quelle übernatürlicher „Transmission“, unfehlbarer Weisheit und grenzenloser Liebe inszenierte.

Gleichzeitig wurden Mitglieder emotional abhängig gemacht, indem Zweifel als geistige Schwäche abgewertet, Außenkontakte – besonders zu Familie und Freunden – entmutigt und persönliche Gefühle ausschließlich innerhalb der Gruppe geteilt werden sollten.

Parallel dazu entstand ein System finanzieller und psychologischer Ausbeutung, in dem hohe Spenden und Kursgebühren mit Heilsversprechen gerechtfertigt wurden, während Candice immer größere, realitätsferne Projekte ankündigte und Aussteiger als „verloren“ oder geistig schwach diffamiert wurden – ein Prozess, den Walter erst durch den Austausch mit anderen Betroffenen durchschauen konnte und heute öffentlich dokumentiert, um vor den manipulativen Strukturen der Bewegung zu warnen.

Quelle: https://sects122.rssing.com/chan-60378261/article3837.html

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