Viele Gläubige sitzen in Gottesdiensten, ohne zu begreifen, dass sie ebenso Priester sind wie die Menschen auf der Bühne. Ihnen ist nicht bewusst, welche geistliche Vollmacht Gott ihnen in der Anbetung anvertraut hat. Zwar stimmen viele Christen in der Lehre überein, dass alle Gläubigen des neuen Bundes Priester sind, doch sie leben diese Berufung nicht. Wenn wir sagen, dass wir Priester sind, aber nicht unser primäres Mandat erfüllen – Gott im Alltag und im Gottesdienst zu dienen –, bleibt die Aussage leeres Geschwätz.
In vielen Gemeinden wurde Anbetung zu einem „Warm‑up“ vor der Predigt degradiert, zum Vorspeise‑Moment vor dem vermeintlichen Hauptgang. Doch in Wahrheit ist Anbetung das Ziel, und die Verkündigung soll letztlich Menschen zu hingegebenen Anbetern formen.
Die Priesterschaft ist etwas Mystisches, Altes, Schönes und Kraftvolles. Sie öffnet Türen, die kein Mensch schließen kann, und sie schließt Türen, die kein Mensch öffnen kann. Es gibt keinen höheren Auftrag des Gläubigen, als Gott selbst zu dienen. Jesus machte dies der Frau am Brunnen deutlich, als er sagte, dass der Vater nach Anbetern sucht – nach einer Priesterschaft, nicht nach menschlicher Größe oder Leistung.
Gott sucht treue Anbeter, und nur aus dieser Haltung wird auch die Größe und Leistung erwachsen, die Gott die Ehre gibt, nicht den Menschen.
Quelle: Chris Burns, The Priesthood.

